20. Oktober 2025: Durchsuchungen auf einem Bauernhof in Reimershagen
Die Polizei dreht jeden Stein um, um Fabians Tod aufzuklären. An diesem Montag durchsuchen die Ermittler einen Bauernhof in Reimershagen – etwa zwölf Kilometer vom Leichenfundort entfernt. Der Grund: Ein Zeuge meldet sich zuvor mit einem Hinweis. Was genau auf dem Bauernhof gesucht wird, bleibt unklar. Die Staatsanwaltschaft kommentiert den Einsatz nicht, „um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden“.
22. Oktober 2025: Stadt und Familie planen Abschied von Fabian (†8) aus Güstrow
Für den 30. Oktober ist in der Pfarrkirche im Zentrum Güstrows ein Trauergottesdienst geplant, wie Jens-Peter Schulz, Pastor der Evangelisch-Lutherischen Pfarrgemeinde, mitteilt. Auch Fabians Familienangehörige wollen kommen und sich für die Hilfe und Anteilnahme bedanken. Stadt, Gemeinde und Familie rechnen mit einem großen Zustrom. Denn: Schon bei einem ersten Gottesdienst am Abend nach dem Fund von Fabians Leiche sind mehrere hundert Menschen gekommen. Die 550 Sitzplätze der Pfarrkirche reichten nicht aus.
23. Oktober 2025: Beamte wühlen auf einer Mülldeponie nach Hinweisen
Es laufen weitere Durchsuchungen: An diesem Donnerstag ermittelt die Polizei auf dem Gelände eines Entsorgungsunternehmens wenige Kilometer nördlich der Stadt Güstrow und nimmt eine Mülldeponie in den Blick. Beamte in weißen Schutzanzügen, mit Schutzmasken, Gummihandschuhen und Überziehern über den Schuhen fahnden nach Hinweisen. Unter anderem durchsuchen sie in einer Halle alte Kleidung. Ob sie dabei etwas finden, ist unklar.
30. Oktober 2025: Trauergottesdienst für Fabian
Hunderte Menschen nehmen am Donnerstag an dem Gottesdienst in der Güstrower Pfarrkirche St. Marien teil. Vor dem Altar stehen Fotos von Fabian, die ihn teilweise als Engel zeigen. Die Kirche selbst ist mit einem Meer an Kerzen, Blumen, Kuscheltieren und gemalten Bildern geschmückt. Auf den Bänken liegt der Liedtext von „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“. Außerdem wird „Tears In Heaven” auf der Orgel gespielt
Trotz der quälenden Fragen erscheinen Dorina und Fabians Familie am Donnerstag gemeinsam zur Trauerfeier. „Um ihm Respekt zu zeigen“, sagt ihre Cousine Claudia Kauer. Aber auch aus Dankbarkeit für die vielen Helfer, die bei der Suche in und um Güstrow geholfen haben.
5. November 2025: Polizei hofft auf Hinweise bei „Aktenzeichen XY”
Nach dem Gewaltverbrechen an dem Achtjährigen aus Güstrow setzen die Ermittler jetzt auf neue Hinweise aus der Bevölkerung und einen entsprechenden Aufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“. Dort enthüllen die Ermittler neben neuen Details auch ein neues Foto vom Fundort der Leiche und hoffen damit auf weitere Hinweise.
Bereits während der Sendung gehen bei den Ermittlern einige Anrufe ein, sagt der Ermittlungsleiter Frank Focke in der ZDF-Sendung. „Wir hoffen auf weitere Hinweise, vielleicht DEN Hinweis.“ Derzeit würden die Ermittlungen in alle Richtungen gehen. Am Ende der Sendung spricht Focke von „vielversprechenden Hinweisen“, auf die er nicht näher eingehen könne, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
Endlich ein Durchbruch! Am Donnerstagmorgen wird die Polizei erneut aktiv und durchsucht drei Objekte in Reimershagen im Landkreis Rostock, sagte die Staatsanwaltschaft. Nach RTL-Informationen soll darunter auch die Wohnung der Ex-Freundin von Fabians Vater sein und das Grundstück eines Nachbarn sein. Das Auto der Frau sei dabei abgeschleppt worden. Am Nachmittag teilt Oberstaatsanwalt Harald Nowack dann mit: Die Polizei hat im Anschluss an die Durchsuchungen eine weibliche Person mit dem dringenden Tatverdacht des Mordes an Fabian festgenommen. Zuvor sei Haftbefehl erlassen worden.
Vertreten wird die 29-Jährige durch Rechtsanwalt Andreas Ohm. Dieser bestätigt RTL, dass die Polizei-Maßnahmen an ihrer Wohnanschrift am späten Donnerstag beendet seien.
7. November 2025: Gina H. befindet sich in U-Haft!
Donnerstag wurde Haftbefehl gegen die 29-jährige Ex-Freundin von Fabians Vater erlassen. Das bestätigt Staatsanwalt Sebastian Polster RTL. „Der aktuelle Sachstand ist, dass der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Rostock heute der Beschuldigen den bereits erlassenen Haftbefehl verkündet hat und den auch in Vollzug gesetzt hat“, sagt Staatsanwalt Sebastian Polster am Freitag zu RTL. „Und damit wird die Beschuldigte jetzt in Untersuchungshaft verbracht.“ Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
9. März 2026: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Gina H.
Fünf Monate nach Fabians Tod erhebt die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage gegen die Tatverdächtige. Es bestehe ein „hinreichender Tatverdacht” gegen Gina H., erklärte Harald Nowack im RTL-Interview. Die Ermittler gehen davon aus, dass Gina H. Fabian am 10. Oktober 2025 aus dem Haus gelockt, ihn mit dem Auto zum Tatort gefahren und mit sechs Messerstichen getötet hat. Darum wird Anklage wegen Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen erhoben. Was das genaue Motiv gewesen sein könnte, will die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Ob es zum Prozess kommt, muss jetzt ein Gericht entscheiden.
28. April 2026: Der Prozess gegen Gina H. startet
Rund ein halbes Jahr nach Fabians Verschwinden beginnt am Landgericht in Rostock der Prozess gegen die dringend Tatverdächtige Gina H. – und der Aufwand ist enorm! Vor dem Gerichtsgebäude gibt es eine Polizei-Absperrung, für rund 100.000 Euro wird der XXL-Saal aufgerüstet. Und die Menge an Unterlagen ist riesig: Die digitale Akte umfasst mehrere Terabyte und rund 660.000 Dateien. Die Anklage ist insgesamt 60 Seiten lang.
Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. Mord aus Heimtücke und aus niedrigen Beweggründen vor. An diesem 28. April kommt dann aber zum ersten Mal ein mögliches, konkretes Motiv an die Öffentlichkeit: Demnach habe Gina H. mit der Tat die Streitigkeiten mit Fabians Vater beenden wollen und gehofft, die Beziehung mit ihm so fortsetzen zu können.
30. April 2026: Fabians (†8) Eltern sagen im Prozess aus
Fabians Mutter Dorina L. erscheint als Zeugin vor dem Landgericht Rostock – und bricht bei ihrer Aussage immer wieder in Tränen aus. Doch sie bleibt stark, für ihren „Fabi”. Vor Gericht wird Dorina L. von einem Notfallseelsorger betreut.
Matthias R., Fabians Vater, sorgt im Anschluss für einen Paukenschlag vor Gericht: Er sagt aus, dass er wieder Kontakt zu Gina H. hat, sie regelmäßig im Gefängnis besucht und die beiden wieder ein Paar sind.
5. Mai 2026: Neue Details belasten Gina H. schwer
Matthias R. ist erneut als Zeuge im Landgericht Rostock und spricht im Prozess über den Tag von Fabians (†8) Verschwinden. Richter und Staatsanwaltschaft legen dem Vater dabei auch Fakten aus den bisherigen Ermittlungen gegen Gina H. vor. Und die haben es in sich – gleich sechs auffällige Details belasten die Angeklagte Gina H., unter anderem ihr Internet-Suchverlauf, Material einer Überwachungskamera oder Fasern eines grauen Pullovers, wie Fabian ihn getragen hat.
13. Mai 2026: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fabians (†8) Vater
Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt nun wegen des Vorwurfs der Falschaussage gegen Fabians Vater. Der Grund: Es sei wenig nachvollziehbar, wie ein Zeuge seine Aussage derart ändern könne. Denn in früheren Vernehmungen, unter anderem bei der Polizei, sagte Matthias R. noch anders aus als vor Gericht. Es sei auch nicht nachzuvollziehen, warum er wieder eine Beziehung zur Angeklagten aufgenommen habe.
21. Mai 2026: Fabians (†8) Oma schockiert vor Gericht
Fabians Oma schockiert mit ihren Aussagen vor Gericht: Sie sagt ganz offen, dass sie nicht wissen will, was mit dem Jungen passiert ist. Die Mutter von Fabians Vater, Matthias R., irritiert auch darüber hinaus mit ihrem Auftritt. Als sie zusammen mit ihrer Tochter Manuela R. im Zeugenstand sitzt, trägt sie ein T-Shirt mit der Aufschrift „Don’t worry, BEER happy“.
27. Mai 2026: Neue Indizien gegen Gina H.
Vor Gericht werden weitere belastende Indizien gegen Gina H. vorgelegt. Unter anderem werden bizarre Sprachnachrichten abgespielt, die die Angeklagte nach dem Verschwinden Fabians verschickt hat. Besonders brisant sind auch die Aussagen zweier Landwirte, die den auffälligen Pick-up von Gina H. in der Nähe der Stelle gesehen haben, an dem H. später die Leiche von Fabian findet.
2. Juni 2026: Fotos von Fabians (†8) Leiche sorgen für Entsetzen
Der Tatort steht im Fokus der Gerichtsverhandlung. Zu den Aussagen der Polizeibeamten werden Fotos vom gefundenen Leichnam gezeigt – Aufnahmen, die die Zuschauer im Gerichtssaal schwer treffen. Die grausamen Bilder von Fabians verbrannter Leiche treiben dem Publikum Tränen in die Augen. Während vereinzelte Zuschauer fassungslos den Kopf schütteln, halten sich andere betroffen die Hand vor dem Mund. Gina H. zeigt jedoch keine Reaktion.
Fabians Mutter Dorina L. ist nicht im Gerichtssaal, als die schrecklichen Bilder gezeigt werden. Sie fehlt ausnahmsweise, weil sie diese Details nur schwer ertragen kann. Schon an einem Prozesstag zuvor verlässt sie unter Tränen den Saal, als eine Polizistin im Zeugenstand über die Leiche ihres Sohnes spricht.
9. Juni 2026: Neue Vermutungen dank Gina H.s Handy
Nachrichten, die Gina H. am Tattag und danach verschickt hat, stehen im Mittelpunkt. Polizei und Staatsanwaltschaft werteten das Handy der Tatverdächtigen aus – und es lässt sich vermuten, dass Gina H. möglicherweise Täterwissen hat. Auch sonst liefert die Auswertung des Handys einige Auffälligkeiten. So nutzt Gina H. ihr Handy eigentlich immer sehr viel, ausgerechnet am Tattag schaltet sie das Gerät aber für anderthalb Stunden aus.