„Er|mor|det von einem Se|xualstraftäter?“ – Trauer und Fassungslosigkeit: Familie und Dorfgemeinschaft nehmen Abschied von Lyhanna (†11)

Der Leichenwagen mit Lyhannas Sarg kommt am Friedhof an.
Trauer überall.

Angehörige und Bewohner der Ortschaft Fleurance im Süden Frankreichs haben Abschied von der mutmaßlich von einem Sexualstraftäter getöteten Lyhanna (†11) genommen. Schülerinnen und Schüler aus Lyhannas Schule nahmen an der Trauerfeier am Freitagnachmittag teil. Die Bestattung sollte später unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Das Rathaus in Fleurance hatte die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Ein Porträt des Mädchens war am Eingang des Friedhofes aufgestellt.

Ermordung der elfjährigen Lyhanna: Wie Frankreichs Justiz versagte – und  mehrere Anzeigen ignorierte

Weitere Vorwürfe gegen Verdächtigen und seinen Bruder

Unterdessen werden immer weitere Vorwürfe gegen den mutmaßlichen Täter Jérôme B. sowie dessen Bruder und den Vater der beiden bekannt. Gegen den 41-jährigen Tatverdächtigen liegen inzwischen vier Vergewaltigungsanzeigen vor. Die Zeitung „Le Monde” berichtete am Freitag zudem, eine US-Kinderschutzorganisation habe die französischen Behörden bereits in der Vergangenheit auf den Mann aufmerksam gemacht.

Am Fundort wurden Blumen für die Schülerin abgelegt.

Gegen seinen Bruder ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigung Minderjähriger und Vergewaltigung in der Partnerschaft. Auch der Vater der beiden Männer ist erneut im Visier der Justiz. Zwei eingestellte Ermittlungsverfahren, bei denen es um die mutmaßliche Vergewaltigung einer seiner Enkelinnen 2013 und um sexuelle Übergriffe auf deren Freundin ging, sollen nun wieder aufgenommen werden.

Die Leiche der Elfjährigen war sechs Tage nach ihrem Verschwinden in einem Getreidesilo gefunden worden. Lyhanna war zuletzt im Auto des Verdächtigen gesehen worden, mit dessen Töchtern sie befreundet war.

Behörden in Frankreich haben Anzeigen ignoriert

Die Tatsache, dass Jérôme B. im Sommer 2025 wegen Vergewaltigung eines Mädchens anzeigt und seitdem nie verhört worden war, hat in Frankreich große Entrüstung ausgelöst. Präsident Emmanuel Macron und mehrere Minister räumten gravierende Missstände im Justizsystem ein. Dessen ungeachtet ist Justizminister Gérald Darmanin bislang weiter im Amt.

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Die französische Regierung will wegen des Falls Lyhanna ein ohnehin geplantes Kinderschutzgesetz ergänzen. Vorgesehen sind etwa härtere Strafen für Serientäter und die Vorschrift, bei Missbrauchsverdacht innerhalb von drei Monaten Ermittlungen aufzunehmen.

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